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Die Refugeeks Coding Academy Hannover…

… führt in einem Jahr zum Programmierjob!

Refugeeks Coding Academy Hannover

Beginn: Januar 2020

Problem: Der Fachkräftemangel in der IT verschärft sich. Laut Bitkom Research hat allein im letzten Jahr die Zahl der offenen IT-Stellen in Deutschland um 49% zugenommen.

Idee: Migrant*innen werden in einem Jahr sowohl in der deutschen Sprache als auch im Programmieren ausgebildet und absolvieren ein dreimonatiges Praktikum in einem der kooperierenden Unternehmen. Danach können sie in einem wichtigen IT-Teilbereich (Software-Entwicklung) arbeiten. Denn dieser Teilbereich ist dafür bekannt, mehr Wert auf Kompetenz als auf formale Bildungsabschlüsse zu legen.

Potentielle Arbeitgeber: Im Vorfeld wurden Firmen befragt, ob sie Absolvent*innen dieser Akademie eine Chance geben und zu einem Vorstellungsgespräch einladen würden. Fast alle waren selbst bei Absolvent*innen ohne Hochschulabschluss dazu bereit. Zudem haben eine Reihe von Firmen eine Erklärung unterzeichnet, dass sie Praktikumsplätze bereitstellen und bei der Festlegung der Lehrinhalte mitwirken möchten.

Zielgruppe: Migrant*innen (z.B. anerkannte Geflüchtete) aus Türkei, Syrien oder anderen Ländern unabhängig von einer Hochschulzugangsberechtigung. Von Montag bis Freitag ist Präsenzpflicht in unseren Räumen in Hannover.

Vorkenntnisse im Programmieren (egal in welcher Sprache) müssen vorhanden sein. Bitte prüfen Sie vorher für sich, ob der Umgang mit Programmcode etwas für Sie ist, etwa durch Studium der ersten sechs Kapitel von https://books.trinket.io/pfe/index.html. Eine Bewerbung ist nur sinnvoll, wenn Sie diese Inhalte verstanden haben und anwenden können.

Inhalt der Programmierweiterbildung: Die Teilnehmer*innen arbeiten mit wichtigen Sprachen, Konzepten und Frameworks in den Bereichen Web Technology (eingeschlossen Web-Entwicklung, Datenbanken, Content-Management, App-Entwicklung) und Data Science (eingeschlossen Statistik, Data Mining, Künstliche Intelligenz). Gleichzeitig werden Methoden der agilen Projektarbeit eingeübt, indem auch diese Weiterbildung agile Methoden nutzt. Die Lehrkräfte sind Professor*innen oder erfahrene Lehrbeauftragte der Hochschule Hannover (HsH). Die Inhalte werden im Austausch mit den Partnerfirmen fortlaufend an die Erfordernisse des Arbeitsmarkts angepasst.

Struktur der Programmierweiterbildung: Jedes Modul umfasst zwei Wochen und wird jeweils an Nachmittagen gelehrt und eingeübt. Ein Modul umfasst zunächst neun Tage mit jeweils vier Stunden Lehre/Übungen mit Präsenzpflicht. Am zehnten Tag (Freitag) wird ein Test durchgeführt, der unmittelbar danach ausgewertet wird und bestanden werden muss (und ggf. in der Woche danach wiederholt werden darf). Während jedes Moduls kommt ein*e eingeladene*r Firmenvertreter*in zum „Freitagsgespräch“ . Auf diese Weise knüpfen die Teilnehmer*innen Kontakte zu möglichen Praktikums- oder Arbeitgeber*innen.  

Deutschkurse: An vier Vormittagen pro Woche findet ein Deutschkurs in den Räumen der Hochschule statt, der fachsprachlich und berufsbezogen orientiert ist. Aufgrund der fachlichen Ausrichtung sind die Kurse auch für Wiederholer der entsprechenden Sprachstufen interessant. Am fünften Vormittag wird ein Tutorium angeboten, in dem sowohl Probleme aus dem Deutschunterricht als auch aus dem Programmierunterricht besprochen werden können. Voraussetzung zur Teilnahme am Deutschkurs ist ein abgeschlossenes Niveau B1 des GER. Bei Abschluss des Programms wird das Niveau C1 des GER erreicht.

Länge der Weiterbildung: Die Programmierkurse starten im Winter 2019/20, sobald die formalen Voraussetzungen für die Jobcenter-Förderung geklärt sind. Das Deutsch-Niveau C1 wird Ende August 2020 erreicht. Die Praxisphase im Anschluss an die Weiterbildung wird dann im Herbst/Winter 2020/21 stattfinden.

Träger: Refugeeks wird (vorbehaltlich der Finanzierungszusage) als Weiterbildungsmaßnahme der Hochschule Hannover (HsH) angeboten.

Kosten: Die Teilnahme an Refugeeks ist kostenlos. Teilnehmer*innen erhalten in der Zeit der Weiterbildung und des Praktikums ihre gewohnten Leistungen weiterhin, sofern die Weiterbildung als Jobcenter-Maßnahme gefördert wird. Dies kann erst in einigen Wochen, nach Abschluss der Zertizierung der Hochschule Hannover geklärt werden.

Abschluss: Erfolgreiche Teilnehmer*innen erhalten ein Zertifikat der HsH “IT-Spezialist Web Technologies und Data Science” und voraussichtlich ein gleichlautendes Zertifikat der IHK Hannover.

Bewerbungen: Jederzeit formlos mit Lebenslauf unter info@refugeeks.de.
Im Laufe des Jahres 2020 werden voraussichtlich mehrere Refugeeks-Jahrgänge starten.

Personal:

  • Prof. Dr. Thomas J. Schult lehrt Angewandte Informatik im Studiengang Informationsmanagement und initiierte die bisherigen Flüchtlingsprogramme der HsH.
  • Erika Badenhop leitet den Bereich Weiterbildung der HsH.
  • Johannes Endres ist Lehrbeauftragter in den Flüchtlingsprojekten der HsH. Bis 2017 war er Chefredakteur von heise online und des größten deutschen Computermagazins c’t.
  • Alaa Ballan ist ehemaliger Teilnehmer und jetzt Tutor des Flüchtlingsprojekts der HsH. Er studiert Wirtschaftsinformatik.